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Die Zukunft unserer Kinder #prayforourworld

16. November 2015

Ich mache mir Gedanken, während ich meinem Sohn dabei zu sehe, wie er die Welt entdeckt. Er schaut sich nichts ahnend alles ganz genau an, räumt alles aus und seine Augen funkeln dabei voller Freude.
Er ist noch klein, bereitet sich auf seine Zukunft vor, ohne dass er es weiß.
Mein Blick fällt zu ihm und ich lächel ihn an, während ich einen schluck Kaffee trinke. Er lächelt zurück.
Kinder leben in einer Welt ohne Hass. Normalerweise. Sie wachsen auf und sehen nur das Gute.

Da kommen mir wieder einige Fragen in den Kopf. Was wird aus der Zukunft unserer Kinder.
Mal abgesehen von den ganzen Fortschritten in der Technologie und Medizin.
Denn es herrscht Hass.
Zurzeit ist einiges auf der Welt los.
Anschläge in Libanon, Irak, Paris.
Viele Menschen sind dabei ums Leben gekommen.
Es ist grausam und wenn ich drüber nachdenke, frage ich mich, in was für eine Welt ich meinen Sohn gesetzt habe.
Wie weit das alles noch gehen wird. Was passieren wird.
Wir legen die Zukunft unserer Kinder, in die Hände unserer Politiker.
Ob das so gut ist, bezweifle ich. Wir haben keine Macht über ihre Entscheidungen.
Unsere Kinder werden die Konsequenzen dafür tragen.

Es ist schlimm, dass Menschen aus anderen Ländern zu uns fliehen müssen. Kinder und Jugendliche sich alleine ohne ihre Familie oder nur mit ihren Geschwistern auf den Weg machen, in ein Land, in dem doch alles gut scheint. Begleitet von Trauer, Trauma und Angst. Begleitet von Hoffnung. Hoffnung hier in Sicherheit zu sein. Mir kommen Tränen, wenn ich daran denke, was diese Menschen durch machen müssen und mit wie viel Hass einige gegen diese Menschen gehen, die doch nur Hilfe wollen. Gerade jetzt nach dem Anschlag in Paris, scheint der Hass zu steigen. Die Menschen die zu uns kommen und Hilfe in Anspruch nehmen wollen, werden verachtet und verurteilt.
Und ich frage mich, verstehen einige dieser Leute nicht, dass diese Männer, Frauen und Kinder, genau vor diesem Problem fliehen?

Wieder wandert mein Blick zu meinem Kleinen der friedlich seine Spielekiste ausräumt.
Auf meinem Körper macht sich Gänsehaut breit und ich frage mich, ob auch wir irgendwann fliehen müssen.
Ob mein Kind all das durchmachen muss, was die Kinder durchmachen, die gerade nach einer langen Reise zu uns gekommen sind.
Ob wir die Chance haben, irgendwo Schutz zu finden.
Es ist weit hergeholt, aber ich weiß, dass viele mit diesen Ängsten leben und so denken.
Unwahrscheinlich ist dies nämlich nicht.

Doch genau das ist es, was die Terroristen wollen. Uns einschüchtern.

Natürlich machen wir uns Gedanken, das ist normal. Denn niemand von uns weiß, wohin all dies führen wird.
Doch dürfen diese Gedanken uns nicht im Griff haben. Wir müssen die Gedanken im Griff haben.
Sie ausschalten können, damit wir unserern Alltag davon nicht abhänig machen. Wir dürfen nicht anfangen die Welt nur in schwarz-weiß zu sehen, sondern müssen dafür sorgen, sie weiter mit Farbe zu bemalen. Lächel und die Welt lächelt zurück.

Nicht alles auf dieser Welt ist grausam. Auch, wenn es momentan den Anschein hat. Täglich werden gute Taten getan. Dinge die man sich selber gar nicht bewusst macht. Dinge die zum Alltag gehören. Dinge die jemand anderem gut tun.
Sei es ein Pflegeberuf, oder etwas vergleichbares. Sei es einfach mal eine Tür für jemanden offen halten oder die ältere Dame über die Straße laufen lassen, mit ihren schweren Einaufstaschen, anstatt einfach daran vorbei zu fahren. Sei es Klamotten, Fahrräder oder sonstiges zu Spenden für die Flüchtlingsunterkünfte. Sei es einen Paten aufnehmen, oder direkt Vorort zu helfen.

Hass kann zerstören.
Liebe kann siegen.
Wenn wir uns gegenseitig einander etwas gutes tun, dann haben wir schon sehr viel für diese Welt gemacht.

Wir Bürger können an der Situiation dieser Welt leider nicht viel ändern, aber wir können einen Teil dazu beitragen, dass diese Welt nicht von Hass und Gewalt übernommen wird.

 

Lasst mir gerne einen Kommentar mit euren Meinungen und Gedanken da.

Liebst, Vanessa♥

Quelle Titelbild: Google.de -> pastorfergus.wordpress.com <-

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Das tote Mädchen aus dem Wald – Halloween Special

31. Oktober 2015

Es war noch dunkel, als ich am Morgen aufwachte und mich der Wecker aus dem Bett quälte. 4:02. Frühschicht. Noch einmal drehte ich mich auf die andere Seite und schloss die Augen, als fünf Minuten später wieder der Wecker klingelte und ich endgültig aus dem warmen Bett musste.
Wie jeden Morgen sprang ich unter die Dusche, puderte ein wenig mein Gesicht, trug Mascara auf und kämmte mir mein rötliches Haar.
Noch schnell trank ich meinen Kaffee, bevor ich das Haus verließ und mich auf dem Weg zur Arbeit machte.

Ich ging meinen gewohnten Weg, doch irgendwas war an diesem Morgen anders.
Ich war alleine auf den Straßen. Gewöhnlicherweise treffe ich immer meine Nachbarin mit ihrem Hund, die um dieser Zeit immer auf dem Weg zum Bäcker war um Brötchen zu holen. Dieser öffnete bei uns bereits um 05:00 Uhr. Doch der Bäcker war verschlossen und auch meine Nachbarin war nirgends in Sicht.
Es fuhr kein Auto und auch sonst traf ich niemanden.

Obwohl alles wie verlassen schien, fühlte ich mich beobachtet. Ich wurde dieses Gefühl einfach nicht los und fragte mich, wo denn alle sind.
Der Gedanke dazu, dass sich niemand außer mir auf den Straßen befand, machte es nicht gerade besser.
Die ganze Zeit zerbrach ich mir meinen Kopf und fragte mich, ob es vielleicht Sonntag anstatt Donnerstag ist und ich irgendwie durcheinander gekommen bin. Mein Blick wanderte auf das Handy, um sicher zu gehen, dass dies nicht der Fall war.

Donnerstag, 29.10.2015, 05:17

Alles hatte seine Richtigkeit.
Noch immer fühlte mich beobachtet. Ich lief etwas schneller.
Die Brücke, die sonst verschlossen war, stand offen. Dort ging es mit einer kleinen Abkürzung zu meiner Arbeitsstelle und da ich einfach nur schnell dort ankommen wollte, entschloss ich mich diesen Weg durch das winzig kleine Stück Wald zu gehen.

Ich lief über die Brücke, mit diesem Gefühl, dass mich jemand verfolgt und war kurz davor wieder umzudrehen. Doch immer wieder sagte ich mir in meinem Kopf, “Was soll denn schon sein. Das kommt mir alles nur so vor. Vielleicht habe ich heute Nacht schlecht geträumt und mein Unterbewusstsein spielt mir einen Streich.

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Mir wurde kälter, der Wind wehte und plötzlich hörte ich eine Stimme. Ich blieb wie erstarrt stehen, fragte mich, ob ich mir das alles einbilde. Es machte mir große Angst. Weiter lief ich durch das kleine Waldstück. Ich kam an einem Baum vorbei, hinter dem ich kurz einen Schatten sah. “Dieses blöde Unterbewusstsein,  ich sollte weniger Horrorfilme schauen“, redete ich mir die ganze Zeit ein.

Plötzlich lief es mir schaurig den Rücken runter, als ich einen kalten Schleier auf meiner Haut spürte. Im selben Moment, sah ich eine Person. Für nur eine Sekunde. Dann war sie weg. Ich lief schneller. Fragte mich, warum ich diesen Weg gegangen bin.
Ich fühlte mich paranoid und wollte einfach nur raus aus diesem Wald.
Doch egal welchen Weg ich ging, ich kam immer wieder an ein und derselben Stelle an. Ich rannte. Immer schneller. Mit dem Wissen, dass egal wo lang ich lief, jemand bei mir war. Ich wusste nicht wer, ich wusste nicht was. Vier mal lief ich die verschiedensten Wege, doch ich kam nicht aus diesem Wald raus. Er schien wie verflucht. Ich blieb stehen, was sollte ich machen, mir wurde immer kälter und immer wieder schaute ich mich ängstlich um. Doch ich habe plötzlich niemanden mehr gesehen.

Wieder versuchte ich Wege aus diesem Wald zu finden, doch es war unmöglich. Ich hatte Gänsehaut fühlte mich nicht wohl. Ich hatte Angst. Ich war alleine und doch war ich es anscheinend nicht. Noch immer hatte ich dieses Gefühl beobachtet zu werden.

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Ich fragte mich durchgehend, was hier los ist, warum ich nicht aus diesem Wald komme und wieso ich diesen kalten schleier auf meiner Haut spürte. Es war ruhig. Nichts war zu hören, außer der Wind, der die Blätter an den Bäumen rascheln ließ. Mein Blick wanderte immer wieder über meine Schulter, nach hinten, nach links, nach rechts und auf einmal war diese Gestalt wieder da. Es war ein Mädchen. Ich bewegte mich nicht. ich war wie erstarrt und meine Knie fingen an zu zittern. Ihr Gesicht war bleich. Aus ihren Augen lief Blut und ihr Mund war zugenäht. Sie stand da in ihrem schwarzen Kleid. Sie bewegte sich ebenfalls nicht. Ihr Blick schien mich zu durchbohren.

Ich hatte noch nie in meinem Leben so eine Angst. Ich wusste nicht ob ich rennen oder stehen bleiben soll, ob ich schweigen oder schreien soll.

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Doch dann streckte sie ihren Arm nach mir aus und ohne zu zögern drehte ich mich um und rannte los. Ich versteckte mich hinter einem Gebüsch. In diesem Moment fiel mir die Legende wieder ein, die mir mein Bruder vor einigen Jahren an Halloween erzählt hatte.

“Ein junges Mädchen sprang mit ihrem Springseil am Abend vor ihrem Haus. Ihre Mutter stand in der Küche und bereitete das Abendessen zu, während sie immer mal wieder aus dem Fenster nach ihr schaute. Als sie ihre Tochter Felice zum Essen rein holen wollte, fand sie nur das Springseil vor. Sie schaute sich um und rief ihren Namen. Doch es kam keine Reaktion von dem jungen Mädchen. Also lief die Mutter rüber zum besten Freund ihrer Tochter und fragte diesen, ob sie bei ihm wäre. Er antwortete mit einem “Nein“.  Also ging sie wieder nach Hause und suchte auch dort die ganze Umgebung ab. Doch nirgends war Felice zu finden. Die Mutter rief die Polizei und erzählte Ihnen, was vorgefallen war.
Man suchte über eine Woche nach dem Mädchen und fand ihr Leiche anschließend gefoltert in einem kleinen Waldstück hinter einer Brücke. Ihr Mund wurde zugenäht. Damit sie nicht schreien kann. Man sagte, sie weinte Tränen aus Blut.
Das Mädchen wurde beerdigt und einige Gäste erzählten, dass sie Felice in einem schwarzen Kleid gesehen hatten, wie sie über die Brücke in das kleine Waldstück lief.
Und Menschen, die ihr folgten, kamen nie wieder dort raus.“

Mir lief ein Schauer über den Rücken und ich musste schlucken. “Das war doch nur eine Geschichte, die mein Bruder mir vor einigen Jahre erzählt hatte, um mir Angst zu machen‘‚, dachte ich und schaute mich um. Plötzlich stand sie wieder vor mir und streckte ihren Arm erneut nach mir aus.

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Ich handelte sofort und rannte los zu einem See. Ich wollte in das Wasser springen, um an das andere Ufer zu gelangen. Doch auf einmal kam sie aus dem Wasser. Während ich mich umdrehte, fiel ich zu Boden. Ich versuchte wieder aufzustehen, doch sie Griff sich mein Bein und zog sich an mir hoch. Sie griff in meine Haare. Ich schrie so laut ich konnte, doch niemand hörte mich. Ich konnte mich nicht gegen sie wehren. Sie war zu stark. Das Mädchen zog mich einfach über den Boden, mit sich in den See.

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Alle Fotos wurden von Thomas Bickert erstellt und bearbeitet. -> Facebook: TB Fotografie