Kinder

Fragt doch mal eure Kinder.

22. Oktober 2015

Ich bin eine junge Mama und meine Generation ist größtenteils auf den sozialen Netzwerken vertreten. Normalität.
Auch mich findet man auf Facebook, Instagram, Snapchat und Twitter.
Als ich schwanger wurde, teilte ich dies auf Instagram, zeigte immer mal wieder stolz meinen Bauch und meinen Followern gefiel dies. Ich habe mich dafür entschieden dieses private Glück zu teilen.
Jedoch war mir von Anfang an klar, dass ich L weder mit Namen, noch mit Gesicht in das Internet stellen werde.
Es gibt unzählige Profile, sei es auf den Privaten bei Facebook oder öffentlich in den Netzwerken, auf denen süße Babys und Kinder zu finden sind. In ihren privatesten Situationen, beim Spielen oder sogar beim Essen.
Überall werden stolz Bilder von den Kleinen gemacht und anschließend in das Internet gestellt.
Ich kann sehr gut verstehen, dass einige ihr Glück teilen und es gerne der ganzen Welt zeigen möchte, wie toll doch das eigene Kind ist und was es schon alles kann.

Doch habt ihr eure Kinder einmal gefragt ?

Natürlich nicht, denn sie sind klein, können noch nicht antworten und wenn doch, dann wissen  sie gar nicht, was dies für Auswirkungen hat oder wer all diese privaten Momente sehen kann.
Vielleicht freuen sie sich darüber, weil es cool ist, was Mama und Papa machen, doch verstehen werden sie es dennoch nicht.
Vor allem in meiner Generation fällt es mir besonders auf. Ich frage mich manchmal ob einige Eltern darüber nachdenken was sie zeigen oder was sie schreiben.

Doch geht es nicht nur um die Privatsphäre unserer Kinder, sondern auch um ihre Sicherheit.
Wird ein Bild einmal ins Netz gestellt, so verschwindet es nie wieder.
Jeder könnte es sehen, auch Menschen, mit denen wir es nicht teilen möchten.
Heutzutage besitzt jeder Internet, ohne kommt man nicht mehr weit. Jedoch ist genau das die Gefahr.
Wer weiß, wofür diese Bilder noch verwendet werden. Auf Instagram gibt es immer wieder unzählige Fakeprofile. Die Benutzer dieser Profile klauen Bilder anderer und verwenden diese als eigene. Geben sich als jemand aus und benutzen unsere Kinder dafür. Wer weiß, wer wirklich dahinter steckt. Genau das macht mir Angst. Denn ich kann nicht sagen, dass ich alle meine Follower kenne und weiß, wer hinter wem steckt. Das ist unmöglich.

Doch auch Cybermobbing spielt eine große Rolle. Später können die Schulkameraden unserer Kinder all diese Bilder finden und sich darüber lustig machen, wie sie gebadet oder der sonstige “peinliche“ Dinge gemacht haben.
Für die Zukunft unserer Kinder ist es nicht unbedingt von Vorteil, Bilder in die Öffentlichkeit zu stellen. Ganz egal wie süß sie auch sind und was für wundervolle Sachen sie machen.

Auch ich schreibe von meinem Leben als Mutter. Denn es hat sich vieles verändert. Doch ich überdenke jeden Satz, spreche mit meinem Partner, denn auch dieser hat ein Recht zu sagen, wenn er es nicht möchte, dass dieser Satz in die Welt getragen wird. Auch er möchte unser Kind schützen und ich halte es für sinnvoll, ihm zu zeigen, was ich hochlade und was ich dazu schreibe. Es ist auch sein Kind.

Als wir klein waren, wuchs die Macht des Netzes gerade erst heran. Darüber bin ich froh, denn ich habe meine Kindheit ganz ohne die Medienwelt und all die Technologien leben können. Ich hätte es nicht gewollt, dass meine Eltern mich im Netz verbreiten.

Eine Hand oder einen Fuß finde ich völlig ok. Doch das Gesicht, sollte auf jeden Fall überdacht werden.
Seid vorsichtig, versetzt euch in die Lage eures Kindes und fragt euch, ob ihr all das selber gewollt hättet.

Jeder hat seine Meinung und jeder hat ein Recht darauf, diese zu vertreten. Dies ist meine Meinung, mein Beitrag und ich finde, dass unserer Kinder ein Recht auf ihr eigenes Bild haben. Ich finde, dass unsere Kinder ein Recht auf Schutz haben und ich finde, dass unsere Kinder sich später keine Gedanken darüber machen sollten, was von ihnen im Internet zu finden sein könnte.

Eure Meinung zu diesem Thema interessiert mich sehr, lasst mir diese doch gerne in den Kommentaren da. Ich möchte mit diesem Beitrag niemanden angreifen. Es ist und bleibt die Entscheidung der Eltern, was preisgegeben wird und was nicht.

Liebst, Vanessa♥

You Might Also Like

5 Comments

  • Reply Andrea 23. Oktober 2015 at 04:53

    ich finde es richtig, kinder nicht so öffentlich zu präsentieren. und da viele ein impressum haben, gibts zum kind gleich noch die anschrift dazu. ein weiterer grund für mich, keine kinderfotos ins netz zu stellen. es wird zwar immer wieder gewarnt, aber viele eltern schein gleichgültig zu sein oder mehr daran interessiert, hier ihre kinder zu präsentieren. da im netz privatsphäre ein fremdwort ist, halte ich mich allgemein mit persönlichem sehr zurück.

  • Reply Anny 23. Oktober 2015 at 19:29

    Haben gerade deinen Beitrag gelesen
    Top einfach super geschrieben 👍🏼👍👍🏼👍👍🏼👍👍🏼👍👍🏼👍
    Und die Argumente sind unschlagbar und richtig💋

  • Reply Julchen 23. Oktober 2015 at 21:30

    So wahr! Diese Eltern die ihr Kind den halben Tag und vor allem in den wirklich besonderen Momenten durch ihr Smartphone betrachten und es zudem dann auch noch direkt posten, sollten sich ganz drigend mal hinterfragen und überlegen worum es im Leben wirklich geht.

  • Reply Bachsau 24. Oktober 2015 at 17:30

    Ich sähe es gerne, wenn Eltern hart dafür bestraft werden könnten. Zu viele sind zu dumm, zu uneinsichtig, zu selbstzentriert um freiwillig Rücksicht auf ihre Kinder zu nehmen. Sie gehen mit ihren eigenen Kindern um, wie sie es auch gewöhnt sind, grundsätzlich mit schwächeren Umzugehen: Respektlos und Besitzergreifend. Zu viele betrachten ihre Kinder als ihr Eigentum. Wie etwas das man gebastelt hat, und für das man bewundert werden will.

  • Reply Roger Mann 25. Oktober 2015 at 21:25

    Hallo Vanessa,

    das sind genau die richtigen Gedanken. Ich photographiere sehr viel, nur die Bilder der eigenen Kinder werden niemals ins Netz gestellt.

    Einfach aus dem Grund, dass die Bilder über den Photographennamen und Ort sehr leicht zurückverfolgt werden können. Jemandem mit krimineller Intention wird es sonst sehr einfach gemacht.

  • Leave a Reply